Die 7 häufigsten Fehler bei der Zahnpflege zu Hause
Sie putzen Ihre Zähne jeden Morgen und jeden Abend, verwenden eine gute Zahnbürste und achten auf Ihre Zahngesundheit. Eigentlich machen Sie alles richtig – oder?
Tatsächlich können sich bei der täglichen Zahnpflege Gewohnheiten einschleichen, die den Zähnen und dem Zahnfleisch langfristig schaden. Manche Menschen drücken beim Putzen viel zu fest auf. Andere vergessen die Zahnzwischenräume oder spülen nach dem Zähneputzen den Mund gründlich mit Wasser aus.
Als Zahnarzt erlebe ich immer wieder, dass nicht unbedingt mangelnde Zahnpflege das Problem ist. Manchmal kommt es vielmehr darauf an, wie man seine Zähne pflegt.
Hier sind sieben häufige Fehler, die Sie vermeiden sollten.
1. Zu festes Schrubben beim Zähneputzen
Der Fehler: Sie drücken die Zahnbürste kräftig auf die Zähne und bewegen sie mit schnellen, horizontalen Schrubbbewegungen hin und her. Schließlich sollen die Zähne richtig sauber werden.
Das Problem: Viel Druck bedeutet nicht automatisch mehr Sauberkeit. Im Gegenteil: Eine aggressive Putztechnik kann das Zahnfleisch reizen und bei entsprechender Belastung zum Zahnfleischrückgang beitragen. Werden freiliegende Zahnhälse zusätzlich mechanisch beansprucht, kann Zahnsubstanz verloren gehen. Dabei können sogenannte keilförmige Defekte entstehen.
So machen Sie es besser: Putzen Sie mit wenig Druck und einer systematischen Technik. Eine weiche Zahnbürste oder elektrische Zahnbürste mit Andruckkontrolle kann helfen. Lassen Sie sich bei Bedarf in Ihrer Zahnarztpraxis die für Sie geeignete Putztechnik zeigen.
2. Direkt nach sauren Lebensmitteln die Zähne putzen
Der Fehler: Sie haben Orangensaft getrunken, Obst gegessen oder Salat mit Essig-Dressing genossen und putzen unmittelbar danach Ihre Zähne.
Das Problem: Säuren können Mineralstoffe aus dem Zahnschmelz lösen und die Zahnoberfläche vorübergehend anfälliger für mechanischen Abrieb machen. Wird in dieser Phase kräftig geputzt, kann der Verlust vonon Zahnsubstanz begünstigt werden.
So machen Sie es besser: Warten Sie nach einer deutlichen Säurebelastung möglichst etwa 30 bis 60 Minuten mit dem Zähneputzen. Spülen Sie den Mund zunächst mit Wasser aus. Bei häufigem Konsum saurer Getränke ist es sinnvoll, die Häufigkeit und Dauer des Säurekontakts zu reduzieren.
Wichtig: Nach jeder gewöhnlichen Mahlzeit ist eine Wartezeit nicht grundsätzlich erforderlich. Entscheidend ist vor allem, ob die Zähne zuvor einer Säurebelastung ausgesetzt waren.
3. Die Zahnzwischenräume vergessen
Der Fehler: Sie putzen Ihre Zähne sorgfältig, lassen Zahnseide oder Interdentalbürsten aber weg. Schließlich erreicht die Zahnbürste doch fast alle Stellen – oder?
Das Problem: Gerade zwischen den Zähnen bleiben Beläge zurück, die eine gewöhnliche Zahnbürste nicht zuverlässig entfernt. Dort kann Karies entstehen. Auch Entzündungen des Zahnfleisches und Erkrankungen des Zahnhalteapparates werden durch anhaltende bakterielle Beläge begünstigt.
So machen Sie es besser: Reinigen Sie Ihre Zahnzwischenräume regelmäßig, möglichst einmal täglich. Je nach Größe der Zwischenräume eignen sich Zahnseide oder Interdentalbürsten. Welche Hilfsmittel zu Ihren Zähnen passen, hängt unter anderem von der Zahnstellung, vorhandenen Füllungen und dem Zustand des Zahnfleisches ab.
4. Nach dem Zähneputzen mit viel Wasser nachspülen
Der Fehler: Sie spülen den Mund nach dem Putzen so lange aus, bis sämtliche Zahnpastaschaumreste verschwunden sind.
Das Problem: Dadurch wird ein Teil des Fluorids entfernt, das nach dem Putzen auf den Zahnoberflächen verbleiben soll. Fluorid unterstützt die Remineralisation und macht den Zahnschmelz widerstandsfähiger gegen Säureangriffe.
So machen Sie es besser: Spucken Sie die Zahnpasta nach dem Putzen aus und verzichten Sie möglichst auf ein anschließendes kräftiges Ausspülen mit Wasser. Verwenden Sie eine fluoridhaltige Zahnpasta, die zu Ihrem Alter und Ihrem individuellen Kariesrisiko passt.
5. Die Zahnbürste zu spät wechseln:
Der Fehler: Sie verwenden Ihre Zahnbürste oder den Bürstenkopf der elektrischen Zahnbürste über viele Monate – selbst wenn die Borsten bereits ausgefranst sind.
Das Problem: Abgenutzte Borsten können die Reinigung erschweren. Zudem sammeln sich auf einer Zahnbürste Mikroorganismen an. Das allein bedeutet allerdings nicht, dass die Bürste gefährlich ist oder regelmäßig desinfiziert werden muss.
So machen Sie es besser: Wechseln Sie die Zahnbürste beziehungsweise den Bürstenkopf in der Regel etwa alle drei Monate oder früher, wenn die Borsten sichtbar abgenutzt sind. Beachten Sie außerdem die Herstellerangaben. Spülen Sie die Bürste nach der Anwendung gründlich ab und lassen Sie sie aufrecht an der Luft trocknen.
Nach einer gewöhnlichen Erkältung ist ein automatischer Austausch nicht grundsätzlich erforderlich. Bei besonderen Infektionen oder individuellen medizinischen Gründen kann eine persönliche Empfehlung sinnvoll sein.
6. Zu harte Zahnbürsten verwenden
Der Fehler: Sie glauben, dass harte Borsten die Zähne gründlicher reinigen als weiche.
Das Problem: Harte Borsten und hoher Putzdruck können das Zahnfleisch unnötig belasten. Besonders bei freiliegenden Zahnhälsen und bereits vorhandenen Defekten ist eine schonende Reinigung wichtig.
So machen Sie es besser: Für die meisten Menschen ist eine weiche Zahnbürste eine gute Wahl. Entscheidend sind neben den Borsten auch die Putztechnik, die Dauer und die Regelmäßigkeit. Eine elektrische Zahnbürste kann hilfreich sein, ersetzt aber nicht die richtige Anwendung.
7. Aufhellende Zahnpasta unkritisch verwenden
Der Fehler: Sie möchten möglichst weiße Zähne und verwenden regelmäßig stark abrasive Whitening-Zahnpasta oder Produkte mit Aktivkohle.
Das Problem: Manche aufhellenden Zahnpasten entfernen äußere Verfärbungen durch mechanischen Abrieb. Wie stark dieser ausfällt, hängt vom jeweiligen Produkt ab. Ein hoher Abrieb kann bei häufiger oder falscher Anwendung insbesondere freiliegende Zahnwurzeln und empfindliche Zahnhälse belasten.
Aktivkohle ist dabei nicht automatisch gefährlich. Allerdings ist auch nicht belegt, dass Aktivkohle-Zahnpasten gewöhnlichen fluoridhaltigen Zahnpasten beim Kariesschutz überlegen sind. Bei manchen Produkten können Abrieb und Fluoridgehalt ungünstig ausfallen.
So machen Sie es besser: Achten Sie auf eine fluoridhaltige Zahnpasta mit geeigneten Eigenschaften für Ihre Zahnsituation. Wenn Sie Ihre Zähne aufhellen möchten, lassen Sie sich beraten, welche Methode für Ihre Zähne und Ihr Zahnfleisch geeignet ist.
Der schnelle Check für Ihr Badezimmer
Fragen Sie sich bei Ihrer täglichen Zahnpflege:
- Putze ich zweimal täglich mit einer fluoridhaltigen Zahnpasta?
- Übe ich nur wenig Druck aus?
- Reinige ich auch meine Zahnzwischenräume?
- Spüle ich die Zahnpasta nach dem Putzen nicht vollständig mit Wasser aus?
- Verwende ich eine geeignete Zahnbürste und tausche sie rechtzeitig aus?
- Achte ich auf Säurebelastungen durch Getränke und Lebensmittel?
- Verwende ich aufhellende Zahnpasta mit Bedacht?
Sie müssen nicht alles auf einmal umstellen. Schon kleine Veränderungen können helfen, die Zähne und das Zahnfleisch langfristig besser zu schützen.
Zu unserem Ratgeber: Welche Zahnpflegeprodukte sind wirklich sinnvoll
Wann ist eine professionelle Beratung sinnvoll?
Wenn Ihr Zahnfleisch beim Putzen häufig blutet, Ihre Zahnhälse empfindlich reagieren oder Sie Veränderungen an den Zähnen bemerken, sollten Sie die Ursache abklären lassen. Solche Beschwerden können unterschiedliche Gründe haben und lassen sich nicht allein durch den Wechsel der Zahnbürste beheben.
In unserer Zahnarztpraxis Schmücker in Ottobeuren können wir beurteilen, ob Ihre Zahnpflege zu Ihrer individuellen Zahnsituation passt. Bei Bedarf zeigen wir Ihnen, wie Sie Ihre Zähne und Zahnzwischenräume möglichst schonend und gründlich reinigen.
Mein Tipp: Nicht möglichst kräftig, sondern möglichst systematisch und schonend putzen. Gute Zahnpflege ist keine Frage des Drucks, sondern der richtigen Technik und Regelmäßigkeit.
FAQ zur Zahnpflege
Wie oft sollte ich meine Zähne putzen?
Empfohlen wird, die Zähne zweimal täglich mit einer fluoridhaltigen Zahnpasta zu putzen. Wichtig sind außerdem eine schonende Technik und die Reinigung der Zahnzwischenräume.
Ist eine elektrische Zahnbürste besser als eine Handzahnbürste?
Beide können bei richtiger Anwendung gute Ergebnisse erzielen. Eine elektrische Zahnbürste mit Andruckkontrolle kann helfen, zu hohen Putzdruck zu vermeiden. Hier finden Sie unseren Ratgeber: Was ist besser, die elektrische oder die Handzahnbürste?
Soll ich nach dem Zähneputzen mit Wasser ausspülen?
Spucken Sie die Zahnpasta möglichst aus, ohne den Mund anschließend kräftig mit Wasser auszuspülen. So bleibt mehr Fluorid an den Zähnen zurück.
Wie lange sollte ich nach sauren Lebensmitteln mit dem Zähneputzen warten?
Nach einer deutlichen Säurebelastung, etwa durch saure Getränke oder Obst, ist eine Wartezeit von ungefähr 30 bis 60 Minuten sinnvoll. Spülen Sie den Mund in der Zwischenzeit mit Wasser aus.
Wie oft muss ich meine Zahnbürste wechseln?
Als Faustregel gilt etwa alle drei Monate oder früher, wenn die Borsten ausgefranst sind. Beachten Sie auch die Herstellerempfehlungen.
Sind harte Zahnbürsten besser für die Zahnreinigung?
Nein. Harte Borsten sind nicht grundsätzlich gründlicher und können bei hohem Druck Zahnfleisch und freiliegende Zahnhälse belasten. Für viele Menschen sind weiche Borsten geeignet.
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Sie möchten wissen, ob Sie Ihre Zähne richtig pflegen?
Wir beraten Sie gerne in der Zahnarztpraxis Schmücker in Ottobeuren. Gemeinsam schauen wir, wie Sie Ihre Mundgesundheit im Alltag sinnvoll unterstützen können.