Fäden ziehen beim Zahnarzt – tut das weh?
„Tut das Fädenziehen weh?“ Diese Frage hören Zahnärzte häufig. Und das ist verständlich: Wer gerade eine Zahnoperation, Implantation oder einen anderen chirurgischen Eingriff hinter sich hat, möchte beim nächsten Termin möglichst nicht wieder Schmerzen haben.
Die gute Nachricht: Das Entfernen von Fäden im Mund ist normalerweise schnell erledigt und wird von den meisten Patienten nicht als schmerzhaft empfunden.
Ein kurzes Ziehen oder ein ungewohntes Gefühl kann jedoch durchaus auftreten.
Wie läuft das Fädenziehen beim Zahnarzt ab?
Zunächst wird die Operationsstelle kontrolliert. Der Zahnarzt schaut, ob die Wunde gut verheilt ist und ob die Fäden entfernt werden können.
Anschließend wird der jeweilige Faden vorsichtig gelöst und mit einem kleinen Instrument durchtrennt. Danach wird er aus dem Gewebe herausgezogen.
Das Ganze dauert meist nur wenige Minuten.
Eine Betäubung ist beim normalen Fädenziehen in der Regel nicht notwendig. Wenn die Stelle allerdings noch sehr empfindlich ist oder Sie große Angst vor dem Vorgang haben, können Sie dies vorher ansprechen.
Tut das Fädenziehen wirklich nicht weh?
Das Empfinden ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich.
Viele Patienten beschreiben:
- ein kurzes Ziehen,
- ein leichtes Pieksen,
- ein Druckgefühl,
- oder einfach ein ungewohntes Gefühl.
Ein ausgeprägter Schmerz ist beim unkomplizierten Entfernen gut verheilter Fäden normalerweise nicht zu erwarten.
Wenn ein Faden allerdings sehr fest sitzt, das Gewebe noch empfindlich ist oder die Wunde noch nicht ausreichend verheilt ist, kann das Entfernen unangenehmer sein.
Deshalb sollte der Zahnarzt vor dem Entfernen immer zunächst prüfen, ob der richtige Zeitpunkt dafür gekommen ist.
Wann werden die Fäden nach einer Zahn-OP gezogen?
Das hängt vom Eingriff und vom verwendeten Nahtmaterial ab.
Bei vielen chirurgischen Eingriffen im Mund werden nicht selbstauflösende Fäden nach ungefähr einer Woche bis zehn Tagen entfernt. Der genaue Zeitpunkt kann jedoch abweichen.
Nach einer Implantation, einem Knochenaufbau oder einem anderen umfangreicheren Eingriff gelten möglicherweise andere Zeiträume.
Entscheidend ist nicht ein bestimmter Tag, sondern wie die Wunde verheilt.
Ihr behandelnder Zahnarzt oder Oralchirurg legt deshalb fest, wann die Fäden entfernt werden.
Muss man Fäden nach einer Implantation immer ziehen?
Nein.
Es gibt Nahtmaterial, das sich im Laufe der Zeit selbst auflöst. Andere Fäden müssen dagegen vom Zahnarzt oder Oralchirurgen entfernt werden.
Wenn Sie nach einer Implantation nicht wissen, welches Nahtmaterial verwendet wurde, müssen Sie das nicht selbst herausfinden. Bei der Kontrolle kann einfach überprüft werden, ob die Fäden entfernt werden müssen.
Was sollte ich vor dem Fädenziehen beachten?
Sie müssen sich normalerweise nicht besonders vorbereiten.
Sie können Ihre Zähne wie gewohnt putzen, sollten im Bereich der Operationsstelle jedoch weiterhin vorsichtig sein.
Wichtig:
- Nicht selbst an den Fäden ziehen.
- Fäden nicht mit einer Schere abschneiden.
- Nicht ständig mit der Zunge daran spielen.
- Die Anweisungen des behandelnden Zahnarztes beachten.
Auch wenn ein Faden locker wird oder Sie ihn als störend empfinden: Bitte nicht selbst entfernen.
Was ist nach dem Fädenziehen wichtig?
Nach dem Entfernen der Fäden kann sich die Stelle zunächst etwas ungewohnt anfühlen.
Sie können normalerweise wieder Ihrer normalen Mundhygiene nachgehen – soweit Ihnen Ihr Zahnarzt nichts anderes empfohlen hat.
Direkt nach dem Termin sollten Sie die behandelte Stelle nicht unnötig reizen.
Je nach vorherigem Eingriff kann es außerdem sinnvoll sein, noch einige Zeit vorsichtig zu kauen und harte oder scharfkantige Lebensmittel zu vermeiden.
Kann die Wunde nach dem Fädenziehen wieder aufgehen?
Das ist eine häufige Sorge.
Wenn die Fäden zum richtigen Zeitpunkt entfernt werden und die Wunde ausreichend verheilt ist, sollte die Wundheilung dadurch normalerweise nicht einfach wieder „aufgehen“.
Nach größeren chirurgischen Eingriffen kann die Situation allerdings anders sein. Deshalb sollte die Wunde vor dem Entfernen immer kontrolliert werden.
Bei einer ungewöhnlichen Blutung oder wenn sich die Wunde anschließend deutlich öffnet, sollten Sie sich beim behandelnden Zahnarzt oder Oralchirurgen melden.
Darf ich nach dem Fädenziehen normal essen?
In vielen Fällen ja.
Nach einer unkomplizierten Entfernung der Fäden können Sie normalerweise wieder normal essen. Direkt danach kann es allerdings angenehmer sein, zunächst etwas weichere Nahrung zu wählen.
Nach einer Implantation, einem Knochenaufbau oder einer anderen Operation können weiterhin besondere Ernährungsempfehlungen gelten.
Die Anweisungen für den ursprünglichen Eingriff haben Vorrang.
Darf ich nach dem Fädenziehen Zähne putzen?
Die normale Mundhygiene ist wichtig.
Im Bereich der ehemaligen Operationsstelle sollten Sie jedoch weiterhin vorsichtig vorgehen, insbesondere wenn die Wunde noch nicht vollständig abgeheilt ist.
Nicht kräftig über die Stelle schrubben und nicht versuchen, vermeintliche Beläge oder Wundreste selbst zu entfernen.
Was, wenn ein Faden vor dem Termin locker wird?
Ein lockerer Faden ist nicht automatisch ein Notfall.
Trotzdem sollten Sie nicht daran ziehen oder versuchen, ihn selbst abzuschneiden.
Wenn der Faden stark stört, sich vollständig gelöst hat oder gleichzeitig Schmerzen, Blutungen oder eine auffällige Schwellung auftreten, sollten Sie Ihre behandelnde Praxis kontaktieren.
Fäden ziehen nach Implantation – ein wichtiger Kontrolltermin
Nach einer Implantation ist der Termin zum Fädenziehen mehr als nur ein kurzer „Faden raus“-Termin.
Die Operationsstelle kann dabei gleichzeitig kontrolliert werden.
Je nach Behandlung wird unter anderem darauf geachtet, wie das Zahnfleisch verheilt und ob es Hinweise auf Probleme gibt.
Gerade deshalb sollten vereinbarte Kontrolltermine nach einer Implantation oder einem chirurgischen Eingriff eingehalten werden.
Fädenziehen beim Zahnarzt trotz Zahnarztangst
Für Menschen mit Zahnarztangst kann selbst ein kleiner Termin wie das Fädenziehen unangenehm wirken.
Oft hilft es bereits, wenn Sie vor Beginn sagen:
„Ich habe Angst, dass das Fädenziehen weh tut.“
Dann kann der Ablauf Schritt für Schritt erklärt werden. Sie wissen dadurch, was als Nächstes passiert, und können jederzeit Rückmeldung geben.
Auch ein vereinbartes Handzeichen für eine Pause kann Sicherheit geben.
Der Termin zum Fädenziehen ist normalerweise kurz – und für viele Patienten deutlich unspektakulärer, als sie vorher befürchtet haben.
Wann sollte ich mich nach dem Fädenziehen melden?
Leichte Empfindlichkeit nach dem Entfernen kann vorkommen.
Kontaktieren Sie Ihre Zahnarztpraxis bzw. den behandelnden Oralchirurgen jedoch, wenn beispielsweise
- eine stärkere oder anhaltende Blutung auftritt,
- die Schmerzen deutlich zunehmen,
- die Schwellung stärker statt schwächer wird,
- Fieber auftritt,
- Eiter oder ein ungewöhnlicher Geschmack aus dem Wundbereich kommt,
- oder sich die Wunde auffällig öffnet.
Bei starken oder ungewöhnlichen Beschwerden sollten Sie nicht einfach abwarten.
Das Wichtigste zum Fädenziehen auf einen Blick
Tut Fädenziehen weh?
Meistens nicht oder nur kurz und leicht unangenehm.
Braucht man eine Betäubung?
Bei unkompliziertem Fädenziehen normalerweise nicht.
Wie lange dauert es?
Der eigentliche Vorgang dauert meist nur wenige Minuten.
Kann ich danach essen und Zähne putzen?
In der Regel ja, sofern Ihr behandelndes Team nichts anderes empfiehlt.
Darf ich einen lockeren Faden selbst entfernen?
Nein. Lassen Sie ihn von der behandelnden Praxis beurteilen.
Häufige Fragen zum Fädenziehen beim Zahnarzt
Tut das Ziehen der Fäden nach einer Zahn-OP weh?
Normalerweise wird das Entfernen der Fäden nicht als stark schmerzhaft empfunden. Möglich sind ein kurzes Ziehen oder Pieksen.
Wie lange bleiben die Fäden nach einer Zahn-OP im Mund?
Das hängt vom Eingriff und vom Nahtmaterial ab. Häufig werden nicht selbstauflösende Fäden nach etwa einer Woche bis zehn Tagen entfernt.
Braucht man zum Fädenziehen eine Spritze?
Normalerweise nicht. Die Fäden werden vorsichtig gelöst und entfernt. Bei besonderer Empfindlichkeit kann eine Betäubung im Einzelfall besprochen werden.
Was passiert, wenn ein Faden zu früh herausfällt?
Das muss nicht automatisch problematisch sein. Sie sollten den Faden jedoch nicht selbst weiter entfernen oder daran ziehen. Im Zweifel sollte die behandelnde Praxis die Wunde kontrollieren.
Kann ich nach dem Fädenziehen sofort wieder essen?
Nach einem unkomplizierten Fädenziehen meistens ja. Nach größeren Operationen können weiterhin besondere Empfehlungen gelten.
Darf ich nach dem Fädenziehen Sport machen?
Das hängt davon ab, welcher Eingriff vorausgegangen ist. Nach einer einfachen Wundkontrolle kann etwas anderes gelten als nach einer Implantation oder einem Knochenaufbau.
Kann ich nach dem Fädenziehen wieder normal Zähne putzen?
Die Mundhygiene sollte grundsätzlich weitergeführt werden. An der ehemaligen Operationsstelle ist je nach Heilungszustand weiterhin Vorsicht erforderlich.
Was mache ich, wenn Fäden nach der Operation sehr stören?
Nicht selbst daran schneiden oder ziehen. Wenden Sie sich an die behandelnde Praxis. Ein störender Faden kann gegebenenfalls früher kontrolliert und entfernt werden.
Weitere Informationen
- Zahnimplantate – Ablauf und Nachsorge
- Frisch implantiert – was tun?
- Zahnimplantate: Warum die Nachsorge wichtig ist
- Periimplantitis – Entzündung am Implantat
- Zahnarztangst – wenn der Zahnarztbesuch Angst macht
- Zahn-OP: Was Sie danach beachten sollten
Wenn Sie unsicher sind
Ein Faden kann sich nach einer Operation manchmal ungewohnt anfühlen, pieksen oder an der Wange reiben. Das bedeutet nicht automatisch, dass etwas nicht stimmt.
Wenn Sie nach einer Zahnoperation unsicher sind, ob alles normal verheilt oder ob ein Faden bereits entfernt werden sollte, lassen Sie lieber einmal nachschauen.
Denn gerade nach einem chirurgischen Eingriff gilt: Ein kurzer Kontrolltermin schafft oft mehr Sicherheit als langes Grübeln zu Hause.