Kind verweigert Zähneputzen – was tun?
Die gute Nachricht: Sie müssen daraus keinen Machtkampf machen. Mit festen Abläufen, kleinen Entscheidungen und viel Geduld lässt sich das Zähneputzen häufig deutlich entspannter gestalten.
Wichtig ist trotzdem: Zähneputzen ist keine freiwillige Aufgabe. Eltern müssen bei kleinen Kindern dafür sorgen, dass die Zähne regelmäßig und gründlich gereinigt werden.
Es gibt viele Gründe, warum Kinder plötzlich nicht mehr putzen möchten:
- wann es ins Badezimmer geht
- welche Zahnbürste benutzt wird
- wer zuerst putzt
- wie lange geputzt wird
Die Entscheidung, ob geputzt wird, treffen jedoch die Eltern.
- den Geschmack der Zahnpasta nicht
- den Schaum im Mund nicht
- die Berührung am Zahnfleisch nicht
- eine harte oder unangenehme Zahnbürste nicht
- Probieren Sie deshalb ruhig eine andere Kinderzahnbürste oder eine andere geeignete Kinderzahnpasta aus. Eine Kinderzahnbürste sollte einen kleinen Bürstenkopf und weiche Borsten haben.
3. Zähneputzen kommt zum falschen Zeitpunkt
Deshalb hilft ein fester Ablauf:
Abendessen → Badezimmer → Zähneputzen → Geschichte → Schlafengehen
Je weniger täglich neu diskutiert wird, desto leichter wird das Ritual.
4. Das Zähneputzen tut weh
Wenn ein Kind plötzlich das Zähneputzen verweigert, sollten Eltern auch an Schmerzen denken.
Mögliche Ursachen können beispielsweise sein:
- Karies
- empfindliches oder entzündetes Zahnfleisch
- ein lockerer Milchzahn
- ein durchbrechender Zahn
- kleine Verletzungen im Mund
- eine schmerzhafte Stelle an Zahn oder Zahnfleisch
Ein unangenehmes Erlebnis kann dazu führen, dass ein Kind das Zähneputzen plötzlich verweigert. Vielleicht hat das Putzen an einer bestimmten Stelle wehgetan oder das Zahnfleisch war empfindlich. Auch ein schmerzender Zahn, eine kleine Verletzung im Mund oder eine unangenehme Erfahrung mit der Zahnbürste können dahinterstecken.
Wenn Ihr Kind plötzlich nicht mehr putzen möchte oder beim Zähneputzen regelmäßig weint, sollte deshalb auch geprüft werden, ob Schmerzen die Ursache sind.
Was hilft, wenn Kinder nicht Zähne putzen wollen?
- Gemeinsam vor dem Spiegel putzen
- Das Kind darf zuerst Mama oder Papa die Zähne putzen
- Eine Zahnputzgeschichte erzählen
- Eine Zahnputz-App oder ein Lied nutzen
- Das Kuscheltier darf „mitputzen“
Kinder lernen über Freude und Nachahmung. Machen Sie aus dem Zähneputzen ein kleines Spiel
- Welche Zahnbürste möchtest du?
- Welche Farbe soll sie haben?
- Welche Zahnpasta möchtest du verwenden?
Die Auswahl ist freiwillig – das Zähneputzen nicht.
Ab wann können Kinder alleine Zähne putzen?
Viele Kinder möchten früh selbst putzen. Das ist schön und wichtig für die Motivation.
Allerdings gilt:
- die Backenzähne
- die Zahnzwischenräume
- schwer erreichbare Stellen
Welche Zahnbürste ist für Kinder geeignet?
- einen kleinen Bürstenkopf haben
- weiche Borsten besitzen
- gut in der Kinderhand liegen
Wenn Ihr Kind regelmäßig weint, sollten Sie zunächst herausfinden, warum.
Fragen Sie sich:
- Ist die Zahnbürste zu hart?
- Ist die Zahnpasta unangenehm?
- Putzen Sie vielleicht zu kräftig?
- Ist das Kind sehr müde?
- Tut eine bestimmte Stelle weh?
- Hat sich etwas beim Zahnen verändert?
In unserer Zahnarztpraxis Schmücker in Ottobeuren begleiten wir Kinder und Eltern mit viel Geduld, Einfühlungsvermögen und einer kindgerechten Atmosphäre.
Die richtige Zahnpasta und die richtige Menge hängen vom Alter Ihres Kindes ab:
- Ab dem ersten Zahn bis zum 2. Geburtstag: Verwenden Sie eine Kinderzahnpasta mit 1.000 ppm Fluorid. Es genügt eine reiskorngroße Menge.
- Vom 2. bis zum 6. Geburtstag: Auch hier wird eine Zahnpasta mit 1.000 ppm Fluorid empfohlen. Verwenden Sie eine erbsengroße Menge.
- Ab dem 6. Geburtstag: Ab diesem Alter kann eine Zahnpasta mit etwa 1.450 ppm Fluorid verwendet werden. Die Menge entspricht ungefähr der Größe eines Zahnbürstenfeldes.
Eltern sollten bei Kindern so lange nachputzen, bis diese ihre Zähne zuverlässig selbst gründlich reinigen können. Die KZBV nennt als Orientierung das Ende der zweiten Klasse.
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📞 Haben Sie Fragen zur richtigen Putztechnik? Wir zeigen Ihnen und Ihrem Kind in unserer Praxis in Ottobeuren gerne ganz spielerisch, wie das Zähneputzen zum Erfolg wird. Bringen Sie Ihre Zahnbürste einfach zum nächsten Termin mit!
- Telefon: 08332 / 8323
Wenn Zähneputzen jeden Abend zum kleinen Kampf wird
Vielleicht kennen Sie diese Situation: Es ist spät. Ihr Kind ist müde, die Zahnbürste liegt schon bereit – und plötzlich heißt es: „Nein! Ich will nicht!“
Sie haben es freundlich versucht. Dann noch einmal. Vielleicht wird die Stimme irgendwann etwas lauter. Ihr Kind weint, Sie sind genervt und am Ende fragen Sie sich: „Machen wir das eigentlich jeden Abend so?“
Wenn Ihnen das bekannt vorkommt: Sie machen nicht alles falsch.
Zähneputzen ist für viele Familien eine echte Geduldsprobe. Kinder müssen erst lernen, dass etwas jeden Tag dazugehört, auch wenn es gerade keinen Spaß macht. Und manchmal braucht es einfach Zeit, feste Rituale und ein bisschen Gelassenheit.
Sie müssen dabei keine perfekten Eltern sein.
Wichtig ist, dass Sie dranbleiben, Ihr Kind unterstützen und die Zähne zuverlässig sauber werden.
Und wenn Sie das Gefühl haben, dass hinter der Verweigerung mehr steckt – vielleicht Schmerzen, Angst oder eine schlechte Erfahrung – dann schauen wir gemeinsam genauer hin.
Denn manchmal braucht es nicht mehr Druck, sondern einfach jemanden, der zuhört.
Wenn Sie Fragen zur Zahnpflege Ihres Kindes haben oder das Zähneputzen bei Ihnen zu Hause jeden Abend zum Problem wird, sprechen Sie uns gerne an.
Wir nehmen uns Zeit – für Ihr Kind und für Ihre Fragen.
Ihr Zahnarzt Hans-Werner Schmücker


