Wenn das Baby zahnt: Was Eltern jetzt wissen sollten
Plötzlich schläft Ihr Baby schlechter, sabbert mehr als sonst, steckt ständig die Finger in den Mund und möchte am liebsten auf allem herumkauen?
Dann könnte der erste Zahn unterwegs sein.
Für Eltern ist diese Zeit oft anstrengend – vor allem, wenn das Baby quengelig ist und nachts häufiger aufwacht. Gleichzeitig tauchen viele Fragen auf: Wann kommt der erste Zahn? Was hilft gegen die Beschwerden? Darf mein Baby auf einem Beißring kauen? Und wann sollte ich mit meinem Kind zum Arzt oder Zahnarzt?
Hier finden Sie die wichtigsten Antworten rund um das Zahnen.
Das Wichtigste zum Zahnen auf einen Blick
🦷 Die ersten Zähne kommen meistens zwischen dem 6. und 8. Lebensmonat.👶 Jedes Kind ist anders: Manche Babys bekommen ihren ersten Zahn früher, andere später.💧 Sabbern, gerötetes Zahnfleisch und Unruhe können typische Begleiterscheinungen sein.❄️ Ein gekühlter Beißring oder ein kühler Waschlappen können das Spannungsgefühl lindern.🌡️ Hohes Fieber oder deutlicher Durchfall gehören nicht einfach zum Zahnen. Hier sollte an eine andere Ursache gedacht werden.🪥 Sobald der erste Zahn da ist, beginnt die Zahnpflege.👨⚕️ Der erste Zahnarztbesuch ist bereits mit dem ersten Zahn sinnvoll.
Wann kommen die ersten Milchzähne?
Die meisten Babys bekommen ihren ersten Milchzahn ungefähr zwischen dem 6. und 8. Lebensmonat. Häufig beginnen die beiden unteren mittleren Schneidezähne.
Danach folgen meist die oberen Schneidezähne. Später kommen die seitlichen Schneidezähne, die ersten Milchbackenzähne, die Eckzähne und schließlich die zweiten Milchbackenzähne.
Mit etwa zweieinhalb bis drei Jahren ist das Milchgebiss mit insgesamt 20 Zähnen meistens vollständig.
Wichtig für Eltern: Die genannten Zeiträume sind nur Richtwerte. Ein Zahn kann früher oder später kommen, ohne dass deshalb etwas nicht stimmt.
Typische Reihenfolge
Alter ungefähr - Welche Zähne?
6–8 Monate untere mittlere Schneidezähne
7–9 Monate obere mittlere Schneidezähne
9–12 Monate seitliche Schneidezähne
12–16 Monate erste Milchbackenzähne
16–20 Monate Eckzähne
20–30 Monate zweite Milchbackenzähne
Diese Angaben sind ungefähre Zeiträume und können von Kind zu Kind deutlich abweichen.
Woran erkenne ich, dass mein Baby zahnt?
Nicht jedes Baby reagiert gleich auf einen neuen Zahn.
Mögliche Anzeichen sind:
- Das Zahnfleisch ist etwas gerötet oder geschwollen.
- Ihr Baby sabbert deutlich mehr.
- Es steckt häufiger die Finger oder Gegenstände in den Mund.
- Es möchte besonders viel kauen.
- Ihr Baby ist unruhiger oder quengeliger als sonst.
- Es schläft schlechter.
- Manche Babys haben eine leicht erhöhte Körpertemperatur.
Manchmal merken Eltern vom Zahnen dagegen fast nichts – und entdecken eines Morgens einfach einen kleinen weißen Zahn.
Sabbern beim Zahnen – ist das normal?
Ja.
Beim Zahnen kann der Speichelfluss deutlich zunehmen. Das ist für Babys ganz normal.
Wenn die Haut um Mund und Kinn durch den vielen Speichel gereizt wird, hilft es, sie vorsichtig trocken zu tupfen und die Haut bei Bedarf mit einer geeigneten Schutzpflege zu schützen.
Was hilft meinem Baby beim Zahnen?
Zum Glück gibt es einige einfache Dinge, mit denen Sie Ihrem Baby die Zeit des Zahnens angenehmer machen können.
1. Ein gekühlter Beißring
Ein Beißring aus dem Kühlschrank kann angenehm kühl sein und gleichzeitig den Druck auf dem Zahnfleisch lindern.
Wichtig: Nicht ins Gefrierfach legen. Zu stark gekühlte Gegenstände können die empfindliche Mundschleimhaut verletzen.
2. Ein kühler Waschlappen
Ein sauberer, angefeuchteter und gekühlter Waschlappen kann ebenfalls angenehm sein. Ihr Baby kann darauf herumkauen und gleichzeitig das Zahnfleisch etwas entlasten.
3. Sanfte Zahnfleischmassage
Eine vorsichtige Massage der Zahnleiste kann manchen Babys guttun.
Dafür können Sie beispielsweise einen sauberen Finger verwenden.
4. Nähe und Kuscheln
Dieser Tipp klingt vielleicht banal – ist für Ihr Baby aber oft besonders wichtig.
Wenn der Mund unangenehm spannt und Ihr Kind schlecht schläft, helfen manchmal nicht Medikamente oder besondere Hilfsmittel, sondern vor allem Nähe, Ruhe und Ihre vertraute Stimme.
Was sollte ich beim Zahnen besser nicht machen?
Keine Bernsteinkette zum Zahnen
Bernsteinketten werden immer wieder als Zahnungshilfe empfohlen. Einen wissenschaftlich belegten Nutzen gibt es dafür jedoch nicht.
Gleichzeitig können Ketten für Babys gefährlich werden: Es besteht unter anderem die Gefahr des Strangulierens oder Verschluckens kleiner Teile.
Deshalb empfehlen wir: lieber keine Bernsteinkette als Zahnungshilfe.
Keine eiskalten Gegenstände
Ein Beißring gehört in den Kühlschrank – nicht ins Gefrierfach.
Keine harten Lebensmittel als „Beißring“
Gerade bei kleinen Babys sollten Eltern auf das Verschluckungs- und Erstickungsrisiko achten. Geeignete Beißringe oder ein sauberer, gekühlter Waschlappen sind die sicherere Alternative.
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Hat mein Baby beim Zahnen Fieber?
Das ist eine der häufigsten Fragen von Eltern.
Beim Zahnen kann die Körpertemperatur leicht erhöht sein. Hohes Fieber sollte man jedoch nicht einfach mit dem Zahnen erklären.
Auch deutlicher Durchfall, Erbrechen oder ein stark beeinträchtigtes Allgemeinbefinden sprechen eher dafür, dass Ihr Kind krank ist und eine andere Ursache vorliegt.
Wann sollte ich mit meinem Baby zum Kinderarzt?
Besonders bei sehr jungen Babys gilt: Lieber einmal zu viel nachfragen als einmal zu wenig.
Bei Babys bis etwa drei Monaten sollte bereits bei einer Temperatur von ungefähr 38 °C ärztlicher Rat eingeholt werden. Auch wenn Ihr Kind ungewöhnlich schlapp wirkt, schlecht trinkt, stark erbricht, deutlichen Durchfall hat oder Sie sich Sorgen machen, sollten Sie ärztliche Hilfe suchen.
Wichtig: Nicht jede Beschwerde in der Zahnungszeit ist automatisch ein „Zahnungsproblem“.
Wann beginnt die Zahnpflege?
Mit dem ersten Zahn.
Sobald der erste Milchzahn sichtbar ist, sollten Eltern mit dem täglichen Zähneputzen beginnen.
Verwenden Sie eine weiche Kinderzahnbürste und fluoridhaltige Kinderzahnpasta entsprechend den aktuellen Empfehlungen.
Besonders wichtig: Ihr Baby muss die Zähne noch nicht selbst putzen können. Die Eltern übernehmen die Zahnpflege.
Das Ziel ist nicht, dass Ihr Kind möglichst früh perfekt selbst putzt. Das Ziel ist, dass Zähneputzen von Anfang an etwas ganz Normales wird.
👉 Welche Zahnpasta braucht mein Kind?
Braucht mein Baby schon einen Zahnarzt?
Ja.
Viele Eltern denken:
„Für einen einzigen kleinen Zahn ist ein Zahnarztbesuch doch noch viel zu früh.“
Eigentlich ist genau das Gegenteil sinnvoll.
Der erste Zahnarztbesuch sollte möglichst früh und ohne Anlass für eine Behandlung stattfinden.
Es geht zunächst darum:
- Ihr Kind kennenzulernen.
- Zähne und Zahnfleisch kurz anzuschauen.
- die Entwicklung des Gebisses zu beurteilen.
- Sie als Eltern zur Zahnpflege zu beraten.
- Fragen zu Ernährung, Fluorid, Schnuller und Nuckelflasche zu beantworten.
- eine positive Erfahrung mit der Zahnarztpraxis zu schaffen.
Der erste Termin muss dabei weder lang noch kompliziert sein.
Kein Bohren. Kein Zwang. Kein „großer Zahnarzttermin“.
Ein kurzer, spielerischer Kontakt reicht am Anfang völlig aus.
👉 Mehr zum ersten Zahnarztbesuch Ihres Kindes
Der erste Zahn ist da – was sollten Eltern jetzt wissen?
Mit dem ersten Zahn beginnt eine neue Phase.
Jetzt geht es nicht nur darum, Beschwerden beim Zahnen zu lindern. Jetzt beginnt auch die langfristige Zahngesundheit Ihres Kindes.
Besonders wichtig sind:
🪥 Zähne putzen
Von Anfang an regelmäßig und mit fluoridhaltiger Kinderzahnpasta.
🍼 Nuckelflasche und Getränke
Häufiges Nuckeln an zuckerhaltigen Getränken kann die Milchzähne erheblich schädigen.
🧸 Schnuller
Ein Schnuller kann für viele Babys beruhigend sein. Entscheidend ist jedoch der richtige Umgang und dass das Nuckeln nicht über die Kleinkindzeit hinaus dauerhaft fortgesetzt wird.
🦷 Früher Zahnarztbesuch
Je früher Ihr Kind die Zahnarztpraxis als normalen und positiven Ort kennenlernt, desto leichter wird der Umgang mit Zahnarztbesuchen.
Mein Tipp für Eltern: Machen Sie aus dem ersten Zahn keinen Stress
Der erste Zahn ist ein kleines Ereignis.
Vielleicht fotografieren Sie ihn. Vielleicht freuen Sie sich gemeinsam mit Oma und Opa. Vielleicht sind Sie aber auch einfach nur froh, wenn Ihr Baby nach einigen unruhigen Nächten endlich wieder besser schläft.
Alles davon ist völlig in Ordnung.
Sie müssen beim ersten Zahn nicht alles perfekt machen.
Das Wichtigste ist, dass Sie anfangen: Zähne putzen, Fragen stellen und Ihr Kind von Anfang an an Zahngesundheit gewöhnen.
Und wenn Sie unsicher sind, ob etwas noch normales Zahnen ist oder ob Ihr Kind untersucht werden sollte, fragen Sie lieber einmal nach.
Ihr Baby zahnt und Sie haben Fragen?
In unserer Zahnarztpraxis Schmücker in Ottobeuren begleiten wir Kinder bereits ab dem ersten Zahn.
Uns ist wichtig, dass Kinder die Zahnarztpraxis spielerisch, ruhig und ohne Druck kennenlernen.
Wenn Sie Fragen zur Zahnpflege, zum Zahnen, zum Schnuller, zur Ernährung oder zum ersten Zahnarztbesuch haben, sprechen Sie uns gerne an.
Zahnarztpraxis Schmücker in Ottobeuren
Telefon: 08332 – 8323
👉 Termin für den ersten Zahnarztbesuch vereinbaren
Weitere Informationen für Eltern
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Weitere schmerzhafte Erkrankungen im Mund bei Ihrem Kind
- Aphten
Aphten sind deutlich begrenzte, hellgraue bis gelbliche Erhebungen mit einem rötlichen Saum. Obwohl sie meist nur linsengroß sind und überwiegend einzeln auftreten, können sie Schmerzen bereiten.
- Mundfäule
Die Mundfäule (Stomatitis aphthosa, Stomatitis herpetica oder auch Gingivostomatitis herpetica) ist eine ansteckende Krankheit, bei der zahlreiche Bläschen großflächig in der gesamten Mundhöhle auftreten können. Charakteristisch ist außerdem ein unangenehmer Mundgeruch. Begleitend sind hohes Fieber, geschwollene Lymphknoten und starker Speichelfluss möglich. Verantwortlich ist das Herpes-simplex-Virus vom Typ 1, das auch der häufigste Verursacher des weitverbreiteten Lippenherpes ist. Bei einem Erstkontakt mit diesem Virus kann es (muss aber nicht) zur Mundfäule kommen. Die Erkrankung ist hochansteckend, bis die Bläschen abgeheilt sind. Nach rund einer Woche heilen diese in aller Regel von alleine ab und die Ansteckungsgefahr ist vorbei. Betroffen sind überwiegend Säuglinge und Kleinkinder. Achtung Ansteckungsgefahr!
- Mundsoor
Netz-, streifenförmige oder großflächige, weißliche Beläge im Mund und auf der Zunge sind ein Hinweis auf Mundsoor. Beim Versuch großflächige, dicke Beläge zu entfernen, kann die betreffende Stelle bluten. Auslöser sind Hefepilze, vor allem deren Hauptvertreter Candida albicans. Diese sind in der Mundhöhle vieler Menschen vorzufinden, ohne dort Beschwerden zu verursachen. Jedoch können sich die Hefepilze unter bestimmten Umständen übermäßig vermehren und dann einen Mundsoor auslösen, z. B. bei vorübergehend geschwächten Abwehrkräften im Kleinkindalter oder durch den Gebrauch bestimmter Antibiotika. Mundsoor heilt nicht von alleine ab. Er muss vom Arzt diagnostiziert und dann mit einem geeigneten Mittel gegen Pilze, einem sogenannten Antimykotikum, behandelt werden. - Bednar-Aphthen
Harmlose Sauggeschwüre bei Babys
Haben Sie kleine, helle Flecken am Gaumen Ihres Babys entdeckt? In der Medizin nennt man diese Veränderung Bednar-Aphthen. Auch wenn der Name kompliziert klingt: Es handelt sich um völlig harmlose Oberflächenverletzungen und keine echte Infektion. Wie entstehen sie? Die Mundschleimhaut von Säuglingen ist in den ersten Lebensmonaten extrem zart. Die Stellen entstehen durch kleine Reizungen, meist durch: Starkes Saugen an der Brust oder am Fläschchen. Zu harte Sauger oder Schnuller. Zu festes Auswischen des Mundraums bei der Pflege. Was hilft? Die wichtigste Nachricht: Bednar-Aphthen heilen fast immer von ganz alleine ab. So können Sie den Mundraum Ihres Babys schonen: Weiche Sauger und Schnuller verwenden. Auf Auswischen verzichten, um die Schleimhaut nicht weiter zu reizen. Bei leichtem Unbehagen helfen nach Absprache beruhigende Gele (z. B. mit Kamille).
Wichtig ist, dass Eltern aufgeklärt werden über:
- die Zahn- und Mundhygiene
- den Einsatz von Fluoriden
- Ernährungsgewohnheiten, insbesondere den Einsatz der Nuckelflasche
- Ursachen für die Schädigung der Zähne und ihrer Entwicklung
- Zahnstellungs- und Bisslagefehler und deren Gründe
Für weitere Fragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung, rufen Sie an oder vereinbaren Sie einfach einen Termin,
Ihr Zahnarzt Hans-Werner Schmücker
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