Nuckelflasche, Schnuller & Co. – Gesunde Zähne von Anfang an
1. Zucker und Kariesrisiko bei Babys
Besonders kritisch:
- Gesüßte Tees, Fruchtsäfte, Limonaden oder Instant-Produkte
- Dauerhaftes Nuckeln an Fläschchen über längere Zeit
- Nächtliches Stillen und Einschlafen beim Stillen
2. Gesunde Trinkgewohnheiten
- Leitungswasser (Babys abgekocht)
- Ungesüßter Rooibos- oder Kräutertee
- Ab ca. 6–8 Monaten: Aus normalem Becher oder Tasse trinken, ohne Schnabel oder Flaschenaufsatz
3. Schnullergebrauch
- Schnuller sind zahnmedizinisch besser als Daumenlutschen, da sie sich später einfacher abgewöhnen lassen.
- Nutzen Sie kiefer- und altersgerechte Beruhigungssauger und bleiben Sie bei der kleinsten Schnullergröße.
- Reduzieren Sie den Gebrauch spätestens ab dem zweiten Geburtstag.
- Idealerweise nimmt die „Schnullerfee“ den Schnuller im dritten Lebensjahr endgültig weg.
Ein gesundes Lächeln beginnt schon im Kindesalter
Ein Schnuller kann Kieferverformungen und Zahnfehlstellungen verursachen, wenn er zu intensiv, zu oft und über das zweite bis dritte Lebensjahr hinaus genutzt wird. Er erfüllt in den ersten Monaten zwar ein wichtiges Saug- und Beruhigungsbedürfnis, wirkt zahnmedizinisch jedoch als Fremdkörper im Mund.
Mögliche Risiken für das Gebiss
- Lutschoffener Biss: Die vorderen Schneidezähne berühren sich beim Zusammenbeißen nicht mehr. Ein runder Hohlraum entsteht. Abbeißen wird dadurch extrem erschwert.
- Schmaler Oberkiefer: Der ständige Druck verengt den Kieferbogen. Ein hoher, spitzer Gaumen bildet sich aus. Seitliche Zähne können in den Kreuzbiss rutschen.
- Falsches Schluckmuster: Die Zunge gewöhnt sich an eine tiefe Position. Sie presst beim Schlucken nach vorne statt an den Gaumen. Dies fördert Sprachfehler wie Lispeln.
- Erhöhte Kariesgefahr: Ein offener Mund führt vermehrt zu Mundatmung. Der Mund trocknet aus, und schützender Speichel fehlt.
Darauf sollten Eltern achten
- Kiefergerechte Form: Nutzen Sie ausschließlich anatomisch geformte Sauger mit einem dünnen Schaft. Dies reduziert den Druck auf die Schneidezähne deutlich.
- Größe beibehalten: Wählen Sie die Saugergröße so klein wie möglich. Ein größerer Schnuller füllt den Mundraum zu stark aus und verdrängt die Zunge.
- Frequenz reduzieren: Nutzen Sie den Schnuller nur gezielt zum Einschlafen oder bei akutem Trostbedarf. Er sollte kein dauerhafter Begleiter beim Spielen sein.
- Zuckertabu: Tauchen Sie den Sauger niemals in Honig, Sirup oder süße Getränke. Das zerstört den Zahnschmelz der Milchzähne im Rekordtempo.
- Schnuller schlägt Daumen: Bevorzugen Sie im Zweifel den Schnuller. Er lässt sich im Gegensatz zum Daumen besser kontrollieren und einfacher abgewöhnen.
Der richtige Zeitpunkt zum Abgewöhnen
Zahnärzte empfehlen, die Entwöhnung bis zum 2. Geburtstag abzuschließen. Spätestens mit 3 Jahren sollte der Schnuller komplett verschwunden sein. Zu diesem Zeitpunkt können sich leichte Verformungen des Kiefers oft noch von alleine zurückbilden. Nutzen Sie spielerische Rituale wie die Schnullerfee oder den Schnullerbaum, um den Abschied positiv zu gestalten. Bei bereits sichtbaren Zahnfehlstellungen oder veränderten Schluckmustern sollten Sie frühzeitig Rat in einer Zahnarztpraxis oder logopädischen Praxis einholen.
4. Zusammenfassung
- Zucker fördert Plaquebildung und Karies – vermeiden Sie Dauer-Nuckeln an zuckerhaltigen Getränken.
- Stillen ist gesund, sollte aber nicht dauerhaft nachts zur Einschlafhilfe werden.
- Wasser und ungesüßter Tee sind die besten Getränke für Babys.
- Schnuller richtig einsetzen und altersgerecht abgewöhnen schützt die Zähne.
- 5. Fragen? Wir helfen gerne!
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FAQ – Häufige Fragen von Eltern
Zahnarzt Hans-Werner Schmücker

